1. Hintergründe

Seit Ratifizierung der Energiewende steigt die Anzahl der Einspeisepunkte in das ursprünglich nur in eine Richtung konstruierte Netz, nämlich vom Kraftwerk zur Steckdose. Um Strom in ein Leitungsnetz einspeisen zu können, muss die Einspeisespannung höher als die vorhandene Netzspannung sein. Diese Gesetzmäßigkeit sorgt mit wachsender Anzahl und Dichte der Einspeisepunkte für eine Netzspannung deutlich oberhalb des Mittelwertes. Spannungsregelungsanlagen können diese unnötig hohe Spannung auf eine definierte Schwelle absenken.

Die internationale Norm IEC 60038 legt fest, dass die tatsächliche Spannung einphasiger und dreiphasiger Netze um ±10 Prozent von der Nennspannung abweichen kann. Einphasige Verbraucher müssen folglich in einem Bereich von 207 bis 253 Volt sicher arbeiten. Analog gilt dieses bei dreiphasigen Geräten mit Spannungstoleranzen von 360 bis 440 Volt. Vor diesem Hintergrund müssen elektrische Betriebsmittel so ausgelegt sein, dass Sie ihre Nennwerte bei minimal zulässiger Spannung noch erreichen und dass die thermische Beanspruchung bei höchstzulässiger Spannung nicht überschritten wird. Daraus folgt der Ansatz, elektrischen Verbrauchern nur so viel Spannung zuzuführen, wie sie tatsächlich benötigen, um so letztlich Strom zu sparen. 

2. Potenziale

Die Gesamtheit dieser Möglichkeiten birgt Energieeffizienz-Potenziale von bis zu 15 Prozent.
Spannungsregelungsanlagen regeln die aktuelle Netzspannung dynamisch nach und können auch bei extremen Laständerungen und Spannungsschwankungen die Spannung stabilisieren. Überspannungen werden komplett vermieden.

3. Zusatznutzen

Darüber hinaus wird eine Verkürzung der Lebensdauer technischer Anlagen verhindert, wenn diese nicht in der Nähe ihrer Grenzwerte betrieben werden.

Die damit verbundene Blindleistungskompensation nutzt dem Verbraucher, da er die durch den Blindstrom verursachten Leitungsverluste, welche als Verlustwärme abgeführt werden, über die Netznutzungsentgelte bezahlen muss (§ 10 Stromnetzentgeltverordnung). Für das Energieversorgungsunternehmen reduzieren sich durch den niedrigeren Strom die Belastung der Netze und somit deren (ohmsche) Lei(s)tungsverluste. So können Versorgungsanlagen eingespart werden bzw. müssen nicht erweitert werden. Um diesen Effekt beim Verbraucher zu erreichen, wird bei Großabnehmern (Sondervertragskunden) die Blindenergie zusätzlich gemessen und in der Stromrechnung berechnet. Es besteht deshalb ein deutlicher monetärer Anreiz, den Leistungsfaktor innerhalb gewisser Grenzen zu halten. Betreibt der Verbraucher eine funktionierende Blindstromkompensationsanlage entfallen im Idealfall sämtliche Mehrkosten durch Blindleistung.