Jetzt auch für Deutschland: Der Klimawandel als unheimlich schöner Strichcode

Vor ein paar Wochen sorgte der britische Klimaforscher Ed Hawkins einmal mehr für Aufsehen: Er veröffentlichte eine ebenso simple wie anschauliche Grafik zur Erderhitzung. „Warming stripes“ hatte er sie getauft. Hawkins hatte darin die Temperaturwerte der zurückliegenden Jahrzehnte in farbige Striche umgewandelt, jedes Jahr changierte – je nach Temperaturabweichung vom Durchschnittswert – von dunkelblau (sehr kühl) über hellblau und hellrot bis dunkelrot (sehr heiß). Auf einen Blick und auch für jeden Laien erschließt sich so, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen hat.

Ende Mai hatte Hawkins auf seinem Blog „Climate Lab Book“ solche „Wärmestreifen“ unter anderem für die weltweiten Durchschnittstemperaturen seit 1850 und eine Datenreihe aus Zentral-England seit 1772 veröffentlicht. Sie sorgten für erhebliches Aufsehen, unter anderem präsentierte sie der Wetter-Moderator Özden Terli Mitte Juni im ZDF-Wetterbericht. Gemeinsam mit Ed Hawkins hat klimafakten.de nun eine Version der „warming stripes“ für Deutschland präsentiert. Grundlage ist der Datensatz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach für die Mitteltemperatur in Deutschland in den Jahren 1881 bis 2017.

Die Grafik visualisiert die Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr,
Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de

Das Ergebnis ist wenig überraschend, zu eindeutig sind die seit Jahren vom DWD und vielen anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern veröffentlichten Daten – aber in dieser Form wirkt es dennoch eindrucksvoll: Die „Wärmestreifen“ Deutschland zeigen deutlich, dass warme und heiße Jahre in jüngerer Zeit auch in Deutschland erheblich zugenommen haben.

By | 20. 07. 2018|Categories: Kategorie 04|0 Comments